-verarbeitung und
-bereitstellung
Foto: UHH/Denstorf
10. Dezember 2025

Foto: SUB / Ahlers
In der Reihe „Teilprojekte konkret“ stellen wir ein bis zwei Teilprojekte vor. Hier: Teilprojekt Serviceportfolio
Interview mit der Teilprojektleitung: Doina Oehlmann (SUB) und Dr. Isabelle Tannous (UHH)
Was verbindet ihr mit 3i?
3i ist ein Zusammenwachsen von UHH und SUB zu einem komplexen System der Informationsversorgung, -verarbeitung und -bereitstellung. Das bedeutet vor allem einmal Veränderung und daraus entstehend sehr viel Kommunikation miteinander. Es bedeutet auch, dass wir miteinander einen intensiven Entwicklungsprozess begonnen haben und immer wieder voneinander lernen und Prozesse im Sinne unserer Nutzenden vereinheitlichen. Im Zuge der momentanen Finanzlage sowohl der Universität als auch der SUB gehen wir davon aus, dass 3i auch Einsparungen bedeuten wird und die Situation für die Bibliotheken, egal ob UHH und SUB, noch herausfordernder wird.
Worum geht es im Teilprojekt Serviceportfolio?
Wir gehen der Frage nach, welche Services es im 3i-System der UHH auf allen unterschiedlichen Ebenen gibt, und fassen diese Services in einem IST-Serviceportfolio zusammen, um eine Bestandsaufnahme zu bieten. Selbstverständlich schwingt schon in dieser Phase der Arbeit immer ein wenig die Frage mit, welche Services angesichts der großen Veränderungsprozesse im 3i-System in Zukunft besondere Wichtigkeit erlangen. Hier steht das Teilprojekt in einem engen Zusammenhang mit den Teilprojekten Innovationen und Personalbedarf und -entwicklung.
Parallel dazu erarbeiten wir ein Konzept, um so bald wie möglich gemeinsam Kompetenzvermittlung (Informationskompetenzvermittlung – IK) betreiben zu können. Auch hier stehen in der jetzigen Projektphase eine IST-Aufnahme sowie eine Sammlung der Wünsche und Erwartungen, die sich mit einem solchen Kompetenzzentrum im 3i-System verbinden, im Vordergrund. Daraus entstehen dann ein Konzept und die konkrete Zusammenarbeit, um in diesem Bereich ein gut organisiertes, breit gefächertes Angebot für unterschiedliche Zielgruppen bieten zu können.
Ein drittes Arbeitspaket des Teilprojekts beschäftigt sich mit Nutzendenforschung, um die Veränderungsprozesse möglichst so zu steuern, dass wir den Bedürfnissen und Wünschen unserer Nutzenden folgen und unsere Arbeit nicht an ihnen vorbei organisieren. Hier erarbeiten wir ein Framework mit Empfehlungen für die Nutzendenforschung im Bibliothekssystem UHH.
Wer arbeitet mit?
In unserem Teilprojekt arbeiten Ingo Caesar (Fachbibliothek WiSo/BWL), Agneta Finck, (ZB Recht) Christine Häusser (MIN-Fakultätsbibliothek), Naomi Hagen (SUB), Isabella Meinecke (SUB), Friederike Pfister (SUB), Annabelle Quehl (Bibliothek für Geisteswissenschaften), Sabine Rauchmann (Fachbibliothek WiSo/BWL) und Stephanie Schulz (SUB) mit, geleitet wird das Teilprojekt von Doina Oehlmann (SUB) und Isabelle Tannous (Bibliothek für Geisteswissenschaften). Wir vereinen unterschiedliche Perspektiven, um die unterschiedlichen Themen parallel mit Expert:innen aus der Praxis bearbeiten zu können.
Was ist bisher im Projekt passiert?
Wir haben uns zunächst dem methodischen Rahmen für die Entwicklung des Serviceportfolios gewidmet, um anschließend in mehreren, aufwendigen Arbeitsschritten bestehende und künftig mögliche Bibliotheksservices aus Gutachten, Websites, Berichten etc. zu extrahieren, zu clustern und in einen „Produktbaum“ – dem Gerüst für ein Serviceportfolio – zusammenzufassen. Diesen haben wir mit unterschiedlichen Personengruppen im 3i-System diskutiert und weiterentwickelt – alle Anwesenden konnten das Ergebnis in einem Gallery Walk auf der letzten Townhall begutachten und ebenfalls mit uns diskutieren.
Für ein Kompetenzzentrum Informationskompetenz haben wir eine Umfrage bei Bibliotheksmitarbeitenden gemacht, die für IK-Fragen verantwortlich sind, um herauszufinden, wie ein solches Kompetenzzentrum aufgebaut werden könnte, und führen jetzt Interviews mit wichtigen Beteiligten im 3i-System, um die Umfrageergebnisse zu konkretisieren und ein rundes Bild davon zu bekommen, wie wir die Zusammenarbeit aufbauen möchten.
Für die Nutzendenforschung haben wir ebenfalls eine Umfrage gemacht, welche Nutzendenforschungsmethoden im 3i-System bisher zum Einsatz gekommen sind, wie die Ergebnisse waren und auch wie hoch die Aufwände für solche Forschungen sind.
Wir haben uns gefreut, die bisherigen Projektergebnisse in zwei Townhall-Veranstaltungen teilen und diskutieren zu können, die Dokumentation der bisherigen Projektarbeit kann gerne hier abgerufen werden.
Was ist als Nächstes geplant?
Das Gerüst für das Serviceportfolio wird in einem nächsten Schritt mit „Fakten“ gefüllt werden, das heißt, wir werden mit Unterstützung der anderen Teilprojekte und im Rahmen der Bibliotheksstatistik zusammentragen, welche Bibliotheken welche Services anbieten und so das IST-Serviceportfolio aufbauen.
Für das Kompetenzzentrum werden wir die Interviews fortführen und auswerten, um konkrete Schlüsse für den Aufbau der Zusammenarbeit zu gewinnen.
In der Nutzendenforschung möchten wir unterschiedliche Methoden, die wir später im Framework beschreiben oder empfehlen, genauer unter die Lupe nehmen und in der Praxis in mehreren Bibliotheken testen.
Wie können euch die Kolleg:innen aus dem 3i-System unterstützen? Oder: Wie kann man bei euch mitmachen?
Wir freuen uns über Interesse an unseren bisher entwickelten Inhalten, die auf der 3i-Website zu finden sind. Dazu nehmen wir auch gerne jederzeit Anregungen entgegen!
Für die Nutzendenforschung sammeln wir gute „Bib-Sprüche“, um sie auf Aufkleber drucken und bei Nutzendenforschungsprojekten als Give-away abgeben zu können. Da sind schon einige zusammengekommen und ihr könnt bald voten, welche der Sprüche ihr für gut haltet und auf Aufklebern lesen möchtet.
Wer noch größeres Interesse und Zeit hat, beim Test von Nutzendenforschungsmethoden mitzumachen und Nutzendenforschung zu betreiben, kann sich ebenfalls sehr gerne bei uns melden, dann können wir die Methodentests evtl. umfassender gestalten als bisher geplant.
Und sonst?
... stellen wir fest, dass die Zusammenarbeit von Fachbibliotheken und SUB auf der operativen Ebene bereits sehr gut ist und wir auch im Teilprojekt sehr gerne zusammenarbeiten und uns der entstandene kollegiale Austausch oft auch im Alltag weiterbringt. Angesichts der Haushaltssituation wird aber auch deutlich, wie groß die Aufgaben sind, die im 3i-Projekt noch vor uns liegen.